Timelines – As in dreams so in life!

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Visualisierungstechniken wie Timelines oder bibliographisches Arbeiten geben dem Klienten die Möglichkeit aktuelle Problemsituationen so zu visualisieren, dass dadurch eine Selbstaktivierung erzeugt wird, die Veränderungen in der Realität herbeiführen können.

Beispielsweise kann ausgehend von einem Albtraum und dessen Deutung, das im Traum resultierende Problem als einen Teil des Träumers betrachtet werden, welches gelöst werden will. Gelöst heißt, es belastet den Träumer nicht mehr und verschwindet aus den Nachtträumen. Albträume können der Ausgangspunkt sein, um mit Ängsten im Leben umzugehen. Die Deutung kann ein Problem schildern, welches in der Realität existiert und gelöst werden darf. Dieses Problem und das was der Träumer wirklich anstrebt, sein Wunschszenario, können die Ausgangsbasis für eine Timeline sein.

Der Klient wird in der Arbeit mit der Timeline von dem heutigen Zeitpunkt auf einem Zeitstrahl so zurückgeführt, dass er mit geschlossenen Augen problematische Zeitpunkte in der Vergangenheit erfühlt. An jedem problematischen Zeitpunkt, bleibt der Klient stehen, Therapeut und Klient erarbeiten zusammen das aktuelle Bild und die aktuelle Situation. Der Therapeut fühlt sich dabei in den problematischen Zeitpunkt hinein, stellt Fragen und notiert wesentliche Kriterien auf Moderationskarten. Die Moderationskarten werden auf dem Boden, an der aktuellen Stelle abgelegt. Als Ergebnis werden jedes Mal Ressourcen herausgearbeitet, die dem Betroffenen in der jeweiligen Situation geholfen haben.

Ausgehend von dem „heute“ wird ein aktuelles Problem genommen und eine Zielvision formuliert – ein Wunschszenario. Gibt es beispielsweise Schwierigkeiten in der Partnerschaft, erarbeiten Klient und Therapeut heraus, was der Klient in einer Partnerschaft wirklich will. In der folgenden Timeline war das Wunschziel, dem Partner „auf Augenhöhe“ zu begegnen. Bisher gab es in diesem Zusammenhang immer wieder Schwierigkeiten und der Klient wusste nicht, welche Ressourcen er bei sich aktivieren kann, um an dieser Zielvision, dem Wunschszenario, zu „arbeiten“.

Während der Coachingsession wurde mein Klient von mir auf seiner Timeline durch das Bild seiner Mutter „energetisch“ gestoppt. Der Klient sah seine Mutter vor seinem inneren Auge, wie sie mit den Armen aufgestützt auf einer Fensterbank lag. Mein Klient  hatte ein Gefühl von beobachtet werden und es „kotzte“ ihn an. Er sprach  von Unabhängigkeit im allgemeinen und von ihr. Ressourcen hatte er noch keine, um sich aus dieser Situation zu befreien. Er wollte sich einfach nur aus dieser Situation befreien, in dem er auf der Timeline rückwärts weiter ging.

Der nächste Pitstop war in seiner Kindheit. Als er im Rückwärtsgehen war, wurde er plötzlich visuell durch ein Brett gestoppt, er konnte nicht weiter gehen. Er beschrieb sich als 5-6 Jähriges Kind, dass mit der Erde spielend am Boden hockte. Ganz viele Ameisen liefen zusammen hin zu einem Loch, welches direkt an dem Brett war. Der Klient fühlte sich wohl, frei, alleine, zufrieden und ruhig. Er war vollkommen bei sich; die Situation war so vollkommen in Ordnung. Mein Klient hatte seine Grenze gesehen und hat sie akzeptiert. Er fühlte sich vollkommen unabhängig und wusste, dass er am besten agierte, wenn er wie die Ameisen in einem Netzwerk lebte. Er wollte auf der Timeline auf gar keinen Fall weitergehen, er wusste, er würde eine persönliche Grenze überschreiten.

Wir arbeiteten heraus, dass ihm die Unabhängigkeit in Paarbeziehungen bisher fehlte, er immer wieder seine Grenzen überschritt und er hatte vergessen, dass er sich am wohlsten in einem Netzwerk mit Menschen fühlte. Mit diesen Ressourcen gingen wir auf der Timeline mit offenen Augen auf das „heute“ zurück und der Klient sammelte die Moderationskarten dabei ein.

Im Heute angekommen, fragte ich ihn, wie denn bestimmte Situationen in seiner Partnerschaft aussehen würde, wenn er seine Ressourcen Unabhängigkeit, Grenzen setzen und arbeiten in einem Netzwerk einsetzte. Er beschrieb die Situationen und merkte währenddessen, dass sich in ihm etwas veränderte. Mein Klient hatte Hoffnung, er fing an zu strahlen. Er hatte die Ressourcen bzw. er hatte sie als Kind. Sie waren da und er fühlte sie. Ich fragte ihn, ob es eine Beziehung auf Augenhöhe wäre, wenn er diese Ressourcen entsprechend einsetzte und er bejahte.

Visualisierungstechniken, dem Sehen mit dem inneren Auge, dem Zurückführen in die Kindheit, können starke Träume folgen. Oft ist es so, das beispielsweise der aktuelle Entwicklungsstatus in einer Partnerschaft aufgezeigt wird, eine Lösung angeboten, wie in bestimmten Situationen agiert werden kann oder der Traum zeigt, wo der Ressourcenverlust anfing.

Mein Klient träumte, zu welchem Zeitpunkten seine Ressourcen verloren gingen. Er sah in seinem Traum, wie er sich als Kind immer mehr zurückzog, weil er nicht so wertgeschätzt wurde, wie er war. In einem Alter, in dem er selbst noch in der Entwicklung zum Erwachsenen war, hatte er ein Höchstmaß an Verantwortung für seine Geschwister, war überfordert und verlor gleichzeitig seine Unabhängigkeit. Er war es gewohnt anderen zu „dienen“ und gab sich selbst dabei auf. Das gleiche Muster fand er jetzt in seinen aktuellen Partnerschaften wieder – und es war Zeit dies zu ändern.

Albträume und dessen Deutung können Ausgangspunkt für eine Therapie oder ein Coaching sein. Um Veränderungen in der aktuellen Problematik herbeizuführen, können mit Hilfe der Timeline Ressourcen gefunden werden. Durch kognitive Verhaltenstherapie können Gedanken und Gefühle verändert werden. Die neu gefundenen Ressourcen können den Veränderungsprozess verstärken und in neue Verhaltensweisen verwandelt werden.

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