Woher kommen Träume eigentlich?

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Unser Gehirn besteht aus drei Bereichen die jeweils ihre eigene Form, Struktur und Funktion haben. Jedes von diesen drei Gehirnen hat nach Paul Maclean [The Triune Brain in Evolution: Role in paleocerebral functions. NY: Plenum Press; 1990]  seine eigene Subjektivität, ein Raum-Zeit-Empfinden und sein eigenes Gedächtnis.

Der Inhalt unserer Träume wird hauptsächlich durch den Neocortex, das jüngste von den drei Gehirnen  zur Verfügung gestellt. Der Neocortex ist der Sitz unseres Bewusstseins und unserer Kreativität. In ihm sind unzählige vergangene Erinnerungen an unser Leben gespeichert. Mit diesem Gehirnbereich lernen wir und erinnern uns an all das was wir tagtäglich erlebt haben. Durch den Neocortex können wir auch unser bisheriges Handeln verändern oder uns bewusst dazu entscheiden, alles wie bisher zu machen. All das was wir jemals erlebt haben wird in unseren Träumen vielfältig zusammengesetzt und in neue Drehbücher und Bühnenbilder verwandelt. Jede Kombination der gespeicherten Erfahrungen macht es möglich Unmögliches oder Mögliches zu träumen.

Wenn wir bewusst denken, lernen, etwas analysieren oder Neues erschaffen, uns unterhalten oder neue Ziele planen ist immer der Neocortex am Werk. Auf Basis all dessen können wir immer wieder neue Entscheidungen treffen. Durch ihn erinnern wir uns an Situationen und können so über Vergangenes nachdenken oder uns unterhalten. Ausserdem scheinen grundlegende Merkmale unserer Persönlichkeit hier verankert zu sein. Neocortex heißt übersetzt neue Rinde. Er ist, evolutionstechnisch gesehen, der jüngste Teil unseres Gehirns und bildet 90 % seiner Oberfläche.

Der Neocortex besteht auch zwei getrennten Hälften, der linken und rechten zerebralen (das Großhirn betreffend) Hemisphäre (Halbkugeln), die durch ein Band aus Nervenfasern, der weißen Substanz (Corpus callosum), verbunden sind. Im Corpus callosum laufen ständig Nervenimpulse hin und her die es ermöglichen, die Welt aus zwei verschiedenen Blickwinkeln zu beobachten.

Die beiden zerebralen Hemisphären des Neocortex sind jeweils in vier Regionen, den sogenannten Lappen unterteilt:

  • Zwei Frontallappen hinter der Stirn: willkürliches Handeln und Ausrichtung unserer Aufmerksamkeit
  • Zwei Parietallappen : Empfindungen und Berührungen
  • Zwei Temporallappen seitlich der Ohrmusscheln: auditive Wahrnehmung
  • Zwei Okzipitallappen: visueller Bereich

Auf Basis des oben genannten, setzt sich unser, für jeden Menschen individuelles,  Traumwörterbuch zusammen. Die Erfahrungen die wir machen, die Szenen, die wir erleben, den Menschen und Tieren denen wir begegnen und die Requisiten die wir vorfinden, gestalten unsere Träume. Diese Dinge werdean neu kombiniert und als Szenen zusammengesetzt. Das Regelsystem, welches diese Szenen zusammensetz sind unsere indviduellen Erfahrungen die wir gemacht haben, die Glaubenssätze, Muster und Emotionen die gefühlt werden wollen. Um mit unseren Träumen zu arbeiten, ist es wichtig unsere Realität zu beobachten und zu überlegen, was die einzelnen Symbole in unserem Träumen bedeuten können. Ein Beispiel:

Träumen zwei verschiedene Menschen von einem Hund, so kann der Hund als Symbol jeweils eine andere Bedeutung für den Menschen haben. Je nachdem, ob der Träumer gute oder eher negative Erfahrungen mit Hunden in der Realität gemacht hat, kann die symbolische Bedeutung jeweils eine andere sein. Bellt der Hund mich im Traum an, sehe ich bei positiven Erfahrungen z. B. wie ich mit ihm mit einem Ball spiele. Bei eher negativen Erfahrungen habe ich vielleicht Angst und erstarre in der Situation.

Alles was wir erleben und erfahren ist mit Emotionen aufgeladen, seien sie positiv oder negativ. Wie stark wie aufgeladen sind, ist bei jeden individuell verschieden. Entsprechend über- oder untertrieben erleben wir Szenen in unseren Träumen.

Hilfreich beim Aufschreiben von Träumen ist es auch, zurückzublicken und sich zu erinnern, welche prägenden Situationen uns in letzter Zeit passiert sind, welche Gefühle haben wir dabei erlebt und welche eindrucksvollen Szenen. Die Seele greift auf unzählige Erinnerungen zurück, die wir bisher erfahren und erlebt haben. Die Gefühle sind dabei der Richtungsgeber.

Träume sind nicht willkürlich zusammengesetzt sondern tragen eine tiefgreifende Bedeutung in sich, welche Entwicklungsschritte aufzeigt, die hin zum wahren Wesenskern von jedem selbst führen.